Der Gentrifizierungsroman

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Der Investor fliegt über die Stadt und wirft Geldbomben ab: Wo sie fallen, wird der Fußboden schief, die Wände bekommen Risse, Heimatlosigkeit droht und es wird ungemütlich im Oberstübchen.

Alexander Kluge, der sich im Grunde ständig mit Krieg in all seinen Formen beschäftigt, hat mal den industriell geführten Krieg im 20. Jahrhundert an einem Detail beschrieben: Wenn sich eine Bomberflotte in einer Höhe von mehreren Tausend Metern einer Stadt nähert, dann helfen die Gedanken oder Gefühle der Beteiligten nichts mehr: Das Mitleid eines einzelnen Bombenschützen, oder der Wunsch eines Stadtbewohners, irgendwie zu kapitulieren, sie beide gehen im Gesamtplan unter.
So auch im Roman "Der amerikanische Investor" von Jan Peter Bremer: Ein Investor beschließt, irgendwo durch Sanierung alter Häuser Geld zu verdienen, und in der Folge wird die Wohnung eines Dichters und seiner Familie beschädigt. Die Wände bekommen Risse, der Fußboden senkt sich, die Nachbarn ziehen aus und auch sein Auszug liegt natürlich im Wunsch des Immobilienverwerters. Der selbst aber hat kein Haus, er schwebt in seiner Privatmaschine über den Wolken, landet mal hier, mal da, wie es eben der Geschäftsplan so ergibt.
So frägt sich der kleine betroffene Mieter die typischen Fragen: Warum ich, warum der, was tun, was ändern? Er resigniert, zweifelt, bäumt sich auf usw., was den kleinen Leuten unten auf der Erde halt so bleibt.
Es kann ja auch kein Dialog entstehen, mit dem schwebenden Investor, also mit einer unerreichbaren Macht. So füllen gewissermaßen die Gedanken des Dichters als ein Monolog diese Lücke. Der Boden ist schief, die Zukunft ungewiss. Täglich werden die Risse nachgemessen. Die Heimatlosigkeit droht nicht nur, sie ist schon eingetreten, und die Notizbücher bleiben leer. Was bei Dichtern natürlich ebenfalls eine Menge Text produziert.
Mit der Verunsicherung kommen neue Fragen: Schauen die beiden Kinder nicht merkwürdig, liegt das Problem nicht bei einem selbst, wo ist denn die Frau plötzlich abends ...
Das alles liest sich nicht deprimierend, sondern mitunter auch recht komisch. Jan Peter Bremers Sprache beschreibt auf angenehm präzise Weise noch die - aus Not -  verdrehtesten Gedanken seines Protagonisten. Das Unbehagen des Lesers bleibt trotzdem, weil vor dem Einflug eines Investors, dem Abwurf von Geldbomben und der Angst vor dem Verlust seiner Heimat fast kein Mieter gefeit ist. Und Heimatlosigkeit im weiteren Sinne schreckt jeden, außer man ist amerikanischer Investor.
Also eine Lese-Empfehlung nicht nur für die Bewohner "angesagter" Viertel in Deutschland, wo Zug um Zug die Dachgeschosse ausgebaut, Häuser in Eigentumswohnungen umgewandelt oder die gewohnte Heimat "aufgewertet" wird.                        SAZ
Im Berlin Verlag erschienen: Jan Peter Bremer, Der amerikanische Investor, 157 Seiten, 16,90 Euro

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