München als Vorort von Sendling

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Historische Fotografien von Sendling aus der Zeit um 1900, eine Pflichtlektüre für Stadtteil-Patrioten und alle Bebauungsplaner. Der Band "Sendling" aus dem Volk-Verlag hebt fotografische Schätze aus dem Stadtarchiv. Mit überraschend "modernen" Ansichten und Perspektiven.
 

Bei größeren Stadtplanungsaktionen und Baumaßnahmen ist es inzwischen Stand der Technik, dass ein digital entworfenes Bild die zukünftige Ansicht des Objektes liefert, mit kleinen Männchen, mit einem Auto und meist mit vielen Bäumchen. Manches "zukünftig" oder "modern" sich etikettierende ist trotz neuestem Digitalformat aber leider sehr langweilig, konservativ im schlechten Sinne, schon überholt, bevor es gebaut worden ist. Dabei geht es auch andersherum, wie man in dem beeindruckenden Bildband über das alte Sendling um 1900 feststellen kann. Es handelt sich um Fotografien aus den 1850er Jahren bis etwa 1920, oft von erstaunlicher Qualität, schließlich war im 19. Jahrhundert Fotografie noch eine aufwendige Tätigkeit von Spezialisten, die genau darauf sahen, wofür sie die teuren Platten verwendeten. Motive und Perspektiven sind fast immer sehr aussagekräftig und überlegt. In vielen Bildern spürt man die Suche nach "romantisch-ländlichen" Motiven, die in München nicht mehr, aber draußen in Sendling sehr wohl noch zu finden waren. In der Folge siedelten sich dann auch ruhesuchende betuchte Bürger mit ihren Villen oben an der Sendlinger Hangkante an.
 

Die größte Überraschung vorweg: Man sieht alte Ansichten, die wesentlich "moderner" anmuten als so manche biedere Platzgestaltung heute. Dazu später ein Beispiel. Die beiden Autorinnen Christine Rädlinger und Eva Graf stellen dem umfangreichen Bildteil eine historische Einführung voran, die auf farbige und faktenreiche Art die Geschichte hinter den ausgewählten Ansichten  schildert. Aus einem bäuerlich geprägten Landstrich mit industriellen Betrieben wurde Schritt für Schritt ein urbanes Arbeiterviertel mit bürgerlichen Ambitionen.
Im Bildteil sieht man dann aus dem Dorfkern das moderne Sendling wachsen, aus Feldern und Wiesen. Rund um erste industrielle und alte bäuerliche Gebäude schießen nach und nach bürgerliche Häuser mit fünf Stockwerken aus dem Boden. Dazu kommen bald die Luxus-Villen oben an der Hangkante und die noch überdimensioniert großen Schlachtschiffe der Schule am Gotzingerplatz und die neue Sendlinger Margarethenkirche.
 

Warum dieser Bildband, diese historische Wahrnehmung so wichtig ist, für das zukünftige Sendling? Nur ein Beispiel: Grün ist in einem steinernen Stadtmeer mitunter was Schönes, ohne Zweifel ... aber eben nicht immer! Bei jeder Umgestaltung eines Platzes wird die Pflanzung von Bäumen manchmal zu einer Art zwanghafter Aufhübschung. Grün in Baumform ist oft der kleinste gemeinsame Nenner an Gestaltung, außerdem verdecken sie (Häßliche Fassaden), reinigen sie (Abgase) und dämpfen durch lustiges Vogelgezwitscher/Blätterrauschen (Verkehrslärm). Und jede Fällung bewegt die Untere und die Obere Naturschutzbehörde und vielleicht ein Adhoc-Bürgerinitiative. Jedoch: Wenn man sich die Ansichten aus Sendling ansieht, dann merkt man auch, welche Perspektiven durch Gestrüpp und Bäume verlorengehen, und manchmal die Enge der Stadt noch verstärken. Warum stehen auf der berühmten Piazza del Campo in Siena keine Pappeln? Oder vor dem Vatikan Christbäume nur zu Weihnachten?
Wichtig ist auch, dass hier die Sendlinger Geschichte abgebildet wird, die heute noch das Stadtbild prägt und gerade in den Überbleibseln diesem Ort ein unverwechselbares Gesicht gibt. Zugegeben, manches war damals viel schöner anzusehen, aber an den überfüllten Arbeiterquartiere und der Dicken Luft der Industrie, der Gerbereien und der Versitzgruben wurde eben auch ganz bewußt vorbeifotografiert.
 Besonders hat uns übrigens die Feststellung aus der Einführung gefallen: "... die Stadt München könnte als 'Fremdkörper' zwischen den Sendlinger und Schwabinger Markbereichen entstanden sein". Macht nix, mit München haben wir uns schon längst abgefunden.
 

Christine Rädlinger, Eva Graf: Sendling, hrsg. v. Stadtarchiv München, 196 Seiten, mit zahlreichen Abb., 19,90 Euro
SAZ

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