Protest im Untergrund

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Das besondere Wutbürger-Gefühl: Beim demokratischen Protest ist man nicht nur auf einer Seite, sondern immer auch dazwischen. Stefano Giuriatis neue Installation in der Fußgängerpassage Ludwigstraße/Oskar-von-Miller-Ring beschreibt mit einfachen Mitteln ein kompliziertes Thema: Der protestierende Bürger und sein Gegenüber, die Polizei.

Zu einer funktionierenden Demokratie gehört ja der Protest der Bürger wie die Hefe in den Teig. Das ist selten besser zu sehen als in diesen Wochen. Der Ausstieg aus Wehrpflicht und Atomkraft markieren das Ende einer gesellschaftlichen Diskussion, die immer auch von massiven Protesten außerhalb der demokratischen Spielregeln vorangetrieben worden ist. Wer mal versucht hat, eine Gelöbnistheaterinszenierung der Bundeswehr mit einer Trillerpfeife zu begleiten (vor einem SEK-Greiftrupp der Polizei) oder vor dem Wackersdorfer WAA-Gelände Wasserwerfern standzuhalten, der kann sich heute fühlen: Im Recht. Obwohl er vielleicht gegen Gesetze verstoßen hat.

 

Und er kann sich an das "Dazwischen-Gefühl" erinnern. Die Polizei ist in diesen Protesten in vielen Rollen vertreten: Mal Mitbürger in besonderer Mission und Kleidung, im Gemeinwesen ja durchaus benötigt, mal recht robuste Verhinderer, nervige Rechthaber, manchmal auch unnötig brutal vorgehende Verteidiger des staatlichen Gewaltmonopols. In Stefano Giuriatis Installation - in der engen Fußgängerunterführung - ist man Bürger unter vielen und gleichzeitig zwischen der Staatsmacht und den anderen protestierenden Bürgern eingeklemmt. Man gehört zu den vielfältigen Figuren, vom schwarz Autonomen bis zum freundlichen Mitläufer; wehrt sich gegen etwas, das staatlich unterstützt ist, was sich vor Ort in uniformierten Polizeikräften manifestiert. Die (in der Regel jedenfalls) nach demokratischen Spielregeln funktionieren, deren Einhaltung unbedingt gefordert ist. Genau diese Regeln werden von den Bürgern manchmal unterlaufen, weil es eben anders nicht geht. Bauzäune zum Einsturz bringen, Sitzblockaden abhalten ... das sind Verstöße, die die Polizei zu verhindern sucht, wodurch sie zum Gegner wird. Und in der Uniform stecken aber die gleichen Bürger, am Feierabend.

 

Dass es immer Giuriati ist, der in die Rollen schlüpft, auf der Polizeiseite wie auf Bürgerseite, hebt die Installation auf eine neue Ebene, eine Abstraktion, die das komplexe Zusammenspiel von Staatsmacht und protestierenden Bürgern, die diese Macht brauchen und herausfordern, konkretisiert und sichtbar macht. Dass auf beiden Seiten keine Frauen zu sehen sind, liegt wohl an der abstrahierenden Absicht ... oder/und am Vollbart des Künstlers.                     SAZ

 

 

"Political Compass", Stefano Giuriati, 1. bis 24.Juli, Fußgängerunterführung unter der Ludwigstraße/Kreuzung Oskar-von-Miller-Ring. 24 Stunden geöffnet, Eintritt frei.

 

Der in Italien geborene Künstler Stefano Giuriati studierte in Bologna Bildhauerei und lebt seit einigen Jahren in München. Seine bevorzugten Medien sind Fotografie und Film. Bereits im Jahr 2006 realisierte er gemeinsam mit dem Kulturreferat das Projekt „Stazione Mobile dei Carabinieri“. „Political Compass“ ist in diesem Jahr das dritte von sieben Kunstprojekten zum Thema „öffentlicher Stadtraum als Forum künstlerischen und gesellschaftspolitischen Protests“.

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